Diese Seiten sind Oleg Meiling gewidmet...

 Song 3 von "Kaesa" (Dir Freund)

Letztes Geleit

Landrat, Bürgermeister und Vereinschef vertreten Eichsfeld bei Trauerfeier in Bad Salzungen

Oleg Ein Bild von Oleg in der großen Kirche von Bad Salzungen.
Das Eichsfeld hat erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg einen Mann im Krieg verloren. Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) kondoliert der Familie des Jungen aus Hausen. Er spricht nicht von Krieg, sondern von einem Anschlag. Die Trauer kennt keine Begriffe.


Gegen 10.40 Uhr betreten Landrat Werner Henning, Leinefeldes Bürgermeister Gerd Reinhardt und Sebastian Grimm, Vorsitzender des Fußballvereins, bei dem Oleg in der ersten Mannschaft spielte, die Kirche. Im Namen vieler Eichsfelder tragen sie sich in ein Kondolenzbuch ein. Die beiden Politiker nehmen in der vierten Reihe, Grimm fünf Reihen hinter ihnen Platz. Mit dem Glockenläuten treten Olegs Mutter und Vater, sein Bruder und weitere Verwandte an der Seite des Verteidigungsministers in das Gotteshaus ein. Sie sitzen ganz vorn, als je sechs Bundeswehr-Soldaten neben die drei Särge der am 23. Juni in Afghanistan gefallen Kameraden treten. Olegs Sarg setzen sie links neben dem Altar ab, sein Bild steht etwas versetzt dahinter. "Es herrschte Totenstille in der Kirche", berichtet Grimm. Etwa zehn Minuten spricht Franz-Josef Jung, er ehrt die jungen Soldaten, darunter den Hauptgefreiten Oleg Meiling. Bei seinem ersten Einsatz, eine Woche nachdem er nach Afghanistan geflogen war, kam er im Gefecht ums Leben. Weil er mit dem Panzer in einen Graben fiel. Ein weiterer Eichsfelder blieb unverletzt. Er kehrt diese Woche in die Heimat zurück, wird nach TA-Informationen Sonntag im Eichsfeld eintreffen.

Ministerpräsident Dieter Althaus gehört ebenfalls zur Trauergemeinde. Er ist dabei, als Soldaten nach Gebeten und Gesängen die drei Särge nach draußen tragen. Von wo aus sie nun in die Heimatgemeinden der Verstorbenen gehen.Olegs Leichnam allerdings wird am Sonnabend nicht in Hausen, sondern in Erkrath bestattet, wo Freundin und Familie wohnen. Um 11 Uhr beginnt die Trauerfeier. Gerd Reinhardt wird auch dort dem Verstorbenen die Ehre erweisen. Sebastian Grimm ebenfalls. "Oleg hat bei mir angefangen, Fußball zu spielen", sagt er gerührt.Schon jetzt haben sich viele Vereinskollegen angemeldet, mit nach Nordrhein-Westfalen zu fahren. Die Stadt wird einen Bus für 50 Personen stellen, der Sportclub setzt zusätzlich den Kleinbus ein. Wie viele am Ende dabei sind, ist noch unklar. Tief sitzt der Schock, täglich erreichen die Familie und den SCL Beileidsbekundungen.

Der Club setzt Oleg auf seiner Internetseite ein Denkmal. Jurij Meiling, Olegs Bruder, bedankt sich bei den Sportfreunden. In einem Forum ehren ehemalige Mitstreiter ihren Freund."Schön, dass so viele in der Hausener Kirche waren. Niemand schämte sich seiner Tränen, Oleg ist sicher stolz auf uns. Er sitzt im Himmel, lacht, hört Musik und schaut uns zu. Oleg, wir vermissen dich", schreibt ein Teamkollege. "Es tut weh, wenn man daran denkt, dass du noch vor Wochen lachend über den Flur gelaufen bist, du warst immer ein Mensch mit einem Lachen im Gesicht, lebensfroh. Und nun bist du für eine Sache ums Leben gekommen, die unsere Politiker entschieden haben. Wann hört das endlich auf", trug ein anderer ein. Und ein Freund, der mit ihm begann, Fußball zu spielen: "Warum muss es immer die Falschen treffen? Ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück, als ich mit dir zusammen in der Jugend spielen durfte, Oleg! Es war eine wunderbare Zeit und du warst einer der lebensfrohesten Menschen, die ich je kennenlernen durfte."

Von Thomas Müller Thüringer Allgemeine 03.Juli 2009